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Geschichte

Quelle: Auszug aus dem "Ortsarchiv Langen"


"Anfang Februar 1948 wurde nach Langen ein Amtsgericht gelegt. Dafür wurden die Räume der Scheelschen Villa am Hinschweg gemietet. Hier tagt das Schöffengericht, auch nach Bedarf die Stader Strafkammer.

Mit dem Gericht verbunden sind das Grundbuchamt, das Vormundschaftsgericht und das Jugendgericht.

Ins Grundbuch sind alle Grundstücke des Dorfes, ihre Eigentümer, ihre Größe und Belastung durch Schulden (Hypotheken) eingetragen.

Der Justizfiskus verhandelte mit Frau Scheel wegen Kaufes ihres Gebäudes. Am 1. März ging es in den Besitz des Justizfiskus' über.

Da die vorhandenen Räume an Zahl zu gering waren, stellte der Justizfiskus 45.000 DM für einen Um- und Ausbau bereit. Die Bauarbeiten begannen sofort. Anfang 1956 waren die Arbeiten fertig.

Die Einrichtung eines Gerichts veranlasste drei Rechtsanwälte und Notare, sich in Langen niederzulassen.

pp."

02.02.1952:
Die Gerichtssachen geben im Allgemeinen ein Bild der Zeitverhältnisse.

Das Amtsgericht Langen erließ i. J. 1951 1.110 Zahlungsbefehle. Von 574 laufenden Gerichtsverhandlungen wurden 117 durch streitige Urteile und 219 durch Vergleich beendet. Weitere Sachen haben sich durch Versäumnis- oder Anerkennungsurteil erledigt. Weiter hatte das Amtsgericht 24 Zwangsversteigerungen und 9 Konkurse zu bearbeiten.

Das Schöffengericht verhandelte in 34 Sitzungen 136 Sachen und fällte 136 Urteile.

Der Einzelrichter hatte einschließlich der Privatklagen in 30 Sitzungen 219 Sachen zu verarbeiten. Der Jugendrichter musste sich in 11 Sitzungen mit 19 Sachen befassen. Das Landwirtschaftsgericht verhandelte 55 Sachen in 18 Sitzungen. 11 Fälle wurden durch Vergleich beendet. Gegenüber dem Vorjahr nahmen die Strafsachen zu.

Das Langener Amtsgericht beschäftigt zur Zeit:
4 Richter, 4 Rechtspfleger, 4 Beamte des mittleren und einfachen Dienstes, 3 Gerichtsvollzieher, 9 Angestellte.

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01.02.1954:
Im Jahre 1953 wurde festgestellt, dass das Jahr 1952 eine erhebliche Zunahme der zu bearbeitenden Sachen brachte. In der Zivilabteilung wurden 470 gewöhnliche Prozesse angestrengt. 227 dieser Vorgänge wurden durch Vergleich erledigt. 791 Mahnverfahren wurden bearbeitet. Eine Entmündigung wurde durchgeführt. Überwiegend hatte sich das Gericht mit Diebstählen, Unterschlagungen und Sittlichkeitsvergehen zu befassen. Die Zahl der Sittlichkeitsvergehen ist noch immer sehr hoch.

03.03.1955:
Das Gebäude Hinschweg Nr. 1 ist am 1. März 1955 endgültig in den Besitz des Justizfiskus' des Landes Niedersachsen übergegangen.

04.07.1955:
Nachdem die Mieter aus dem Amtsgericht ausgezogen sind, wird mit dem Umbau begonnen. Die bisherigen Wohnräume werden zu Amtsräumen umgebaut. Dafür sind 45.000 DM vorgesehen.

18.10.1955:
Der vorgesehene Ausbau des Amtsgerichtshauses begann. Der Justizfiskus Niedersachsen hat die Bausumme in Höhe von 45.000 DM bereitgestellt. Der Ausbau soll am Jahresende fertig sein. Mit dem neuen Jahre 1956 will man die neuen Räume in Benutzung nehmen.

30.05.1956:
Der Umbau unseres Amtsgerichtes ist vollzogen. Die Anlagen sind hergerichtet. Ein Parkplatz wird in Kurzem eingerichtet.

Ein zweiter Sitzungssaal wurde im Obergeschoss eingebaut. 8 neue Büroräume sind im Dachgeschoss hergerichtet worden. Das Grundbuchgewölbe wurde vergrößert. Für den Justizoberwachtmeister wurde eine Dienstwohnung ausgebaut.

Gegenwärtig arbeiten im Amtsgericht:
1 Oberamtsrichter, 3 Richter, 5 Rechtspfleger, 4 weitere Beamte, 14 Angestellte und 2 Gerichtsvollzieher.

10.02.1960:
Am Amtsgericht sind zur Zeit tätig:
4 planmäßige Richter, 5 Rechtspfleger, 4 Beamte des mittleren Dienstes, 2 Gerichtsvollzieher, 11 Angestellte, 1 Justizoberwachtmeister, 1 Justizwachtmeister.

Kreisbeschreibung 1968, Seite 14 ff.:
"Als der 1932 gebildete Landkreis Wesermünde aus der amerikanischen in die britische Besatzungszone überging, wurde 1946 für die bisher zu den Amtsgerichten Lehe und Geestemünde gehörenden Teile des Kreises ein Amtsgericht in Langen eingerichtet, das zusammen mit den Amtsgerichten Dorum und Hagen am 1. Januar 1948 vom Landgerichtsbezirk Verden an den Landgerichtsbezirk Stade überging. Gerichtstage wurden gehalten in Sandstedt vom Amtsgericht Hagen, in Beverstedt und Bederkesa vom Amtsgericht Langen. Arbeitsgerichtlich gehört der Landkreis Wesermünde zum Arbeitsgericht Stade, sozialgerichtlich zum Sozialgericht Stade. pp."

2004:
Am Amtsgericht sind zur Zeit tätig:
6 planmäßige Richter, 10 Rechtspfleger, 25 Beamte und Angestellte in den Serviceeinheiten, 4 Gerichtsvollzieher, 3 Justizwachtmeister

2014:

Am Amtsgericht sind zur Zeit tätig:

7 planmäßige Richter, 12 Rechtspfleger, 25 Beamte und Angestellte in den Serviceeinheiten, 5 Gerichtsvollzieherinnen, 4 Justizwachtmeister

01.01.2015:

Aufgrund des Gebietsänderungsvertrages vom 13.08.2012 fusionieren die Stadt Langen sowie die Samtgemeinde Bederkesa zur Stadt Geestland. Hierdurch ändert sich der Name des Amtsgerichts in "Amtsgericht Geestland".

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